Pilotstudie untersucht Angst bei Kindern und Eltern vor MRT

Ein Forscherteam an der Ruhr-Universität Bochum hat eine Pilotstudie zur Angst bei Kindern und Eltern vor geplanten MRT-Untersuchungen erstellt. Das Team des Kinderradiologen PD Dr. med. Christoph Malte Heyer hat 50 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren und deren Eltern zunächst getrennt voneinander untersucht, um ihre Angst zu beurteilen.

Photo: Pilotstudie untersucht Angst bei Kindern und Eltern vor MRT
Photo: Pilotstudie untersucht Angst bei Kindern und Eltern vor MRT

Danach wurden auch die Kinder in Gruppen geteilt. Die eine Hälfte der Gruppe bekam einen Ausschnitt aus einem beruhigenden Zeichentrickfilm gezeigt, die andere einen Ausschnitt aus einem neutralen Zeichentrickfilm. Danach erfolgte die zweite Untersuchung von Kindern und Eltern.

In der Studie zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Mädchen blieben, auch nach Ende der Zeichentrickfilme , etwas ängstlicher als die Jungs. Die Auswahl des Films hatte keinen unmittelbaren Einfluss auf die kindliche Angst. Die Eltern waren insgesamt etwas besorgter als ihre Kinder, doch bestand zwischen der Angst der Kinder und der Eltern kein Zusammenhang,und weder die Angst der Kinder noch die der Eltern war vom Alter der Kinder abhängig.

„Der Einfluss der elterlichen Angst auf die Angst der Kinder ist möglicherweise geringer als angenommen“, so PD Dr. med. Christoph Malte Heyer. „Es gibt keine eindeutige Korrelation zwischen Patientenalter und Angst.“ Die Forschergruppe kam zu dem Schluss, dass die Untersuchung der Angst vor geplanten MRT-Untersuchungen bei Kindern mit relativ wenig Aufwand durchgeführt werden kann. Dagegen sei der Nutzen von sogenanntem „Modelllernen“ vor einer MRT-Untersuchung eher zweifelhaft: Beim reinen Beobachten, wie sich andere in der Situation geben, um es dann auf das eigene Verhalten zu übertragen, sei kein Abbau von Angst zu erwarten.
Die aktuelle Pilotstudie wird bei der 50. Jahrestagung der Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie (GPR) e. V. vom 26. bis 28. September am Universitätsklinikum Jena vorgestellt, bei der 250 Experten aus den Bereichen Radiologie, Pädiatrie, Neuroradiologie, Nuklearmedizin und Kardiologie aktuelle Forschungsergebnisse präsentieren.
 

25.09.2013

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