Papierhandtücher: hygienischste Lösung zum Händetrocknen

Das Gesundheitswesen sollte die Praxis zum optimalen Händetrocknen übernehmen, um Infektionen weitestgehend einzudämmen

Führende europäische Mikrobiologen und Krankenhaushygieniker* haben eine wissenschaftliche Konsenserklärung veröffentlicht, die anerkennt, dass sich beim Händetrocknen mit Papierhandtüchern weniger Keime auf den Händen und im Waschraum ausbreiten als bei Heißlufttrocknern oder Hochgeschwindigkeitslufttrocknern.

Marc Van Ranst, Professor für Virologie und Direktor der Sektion Mikrobiologie...
Marc Van Ranst, Professor für Virologie und Direktor der Sektion Mikrobiologie und Immunologie an der Universität Leuven in Belgien
Photo: Papierhandtücher: hygienischste Lösung zum Händetrocknen

Die Konsenserklärung enthält wertvolle Hinweise für alle, die in Krankenhäusern und Kliniken arbeiten und für die Aufrechterhaltung der höchsten Hygienestandards verantwortlich sind.

Die sechs Experten, die in Krankenhäusern und an Universitäten in Belgien, Deutschland, Großbritannien, Italien und Schweden tätig sind, haben unter dem Titel „Händetrocknen: Ein wichtiger Bestandteil der Händehygiene“ eine 8-Punkte-Konsenserklärung unterzeichnet. Die Erklärung unterstreicht die Bedeutung des Händetrocknens im Anschluss an das gründliche Händewaschen und stellt fest, dass Lufttrockner mit Keimen belastetes Wasser von den Händen blasen. Die so verbreiteten Keime können dann andere Personen im Waschraum infizieren.

„Die von uns untersuchten Studien lassen vermuten, dass bei einigen Arten von Händetrocknern ein größeres Risiko der Keimbelastung gegeben sein könnte. Eine höhere Keimzahl fand sich auf und unter Lufttrocknern, insbesondere bei Jet-Lufttrocknern. Diese Erkenntnisse haben Auswirkungen auf die Verhinderung der Ausbreitung von Keimen und Infektionen, die in der medizinischen Fachwelt und darüber hinaus weiter untersucht werden sollten“, sagt Marc Van Ranst, Professor für Virologie und Direktor der Sektion Mikrobiologie und Immunologie an der Universität Leuven in Belgien. (Das Video mit Prof. Marc Van Ranst finden Sie hier.)

Die Unterzeichner der Konsenserklärung haben ein breites Spektrum wissenschaftlicher Veröffentlichungen untersucht. Dazu zählen auch die vom European Tissue Symposium (ETS) in Auftrag gegebenen Studien, wie insbesondere die von Eurofins-Inlab in Deutschland und von der University of Westminster in Großbritannien durchgeführten Untersuchungen**. Die Händehygiene gilt als die wichtigste Standardmaßnahme zum Vermeiden von Kreuzinfektionen und der Übertragung von nosokomialen, d. h. im Krankenhaus erworbenen Infektionen. In ihrem Poster zum Händewaschen empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Papierhandtücher zu verwenden. Die Konsenserklärung wird hoffentlich zu weiteren Forschungen führen und die entsprechenden Richtlinien nicht nur im Gesundheitswesen sondern auch an anderen Arbeitsplätzen und in den Waschräumen stark frequentierter öffentlicher Einrichtungen, wie Sportstadien, Schulen und Flughäfen, beeinflussen.

„Der Zellstoff des Papierhandtuchs absorbiert Wasser und Mikroorganismen“, erläutert Roberto Berardi, Vorsitzender des Branchenverbandes ETS. „Die Krankenhäuser und alle Einrichtungen im Gesundheitswesen müssen unbedingt eine Methode zum Händetrocknen einführen, die das Risiko einer Rekontamination der Hände und einer Verbreitung von Keimen durch den Luftstrom auf den Anwender selbst, auf andere Personen und auf Gegenstände im Raum weitestgehend verringert. Diese wissenschaftliche Konsenserklärung ist ein wesentlicher Schritt zur Unterstützung unserer Anstrengungen, Papierhandtücher als die hygienischste Lösung zum Händetrocknen in klinischen Umgebungen und darüber hinaus zu fördern.“

http://www.europeantissue.com/hygiene/scientific-literature-on-hygienic-hand-drying/

18.11.2013

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