Gen-Bearbeitung

Merck sichert sich Patent für CRISPR-Technologie

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat bekannt gegeben, dass das Europäische Patentamt (EPA) eine Mitteilung zur Erteilungsabsicht – eine sogenannte "Notice of Intention to Grant" – für die von Merck zum Patent angemeldete CRISPR-Technologie zum Einsatz in einem Genomintegrationsverfahren für eukaryotische Zellen herausgegeben hat.

shutterstock/hywards

Mit einer Patentierung wird die CRISPR-Genomintegrationstechnologie von Merck umfangreich geschützt und das Patentportfolio des Unternehmens weiter gestärkt. Eine verwandte Patentanmeldung wurde vom australischen Patentamt im Juni 2017 bewilligt. Merck rechnet mit positiven Entscheidungen zum Patent in weiteren Ländern, da für viele Patentämter weltweit der Status verwandter Fälle in Europa von hoher Relevanz für die Entscheidung zur Erteilung von Patenten ist.

„Die Entscheidung des EPA ist bedeutend und spannend zugleich. Wir betrachten diese Mitteilung als Anerkennung der wichtigen Beiträge, die Merck auf dem Gebiet der Genom-Editierung geleistet hat", sagte Udit Batra, Mitglied der Geschäftsleitung von Merck und Leiter des Unternehmensbereichs Life Science. „Dieses Patent gewährleistet den Schutz unserer CRISPR-Technologie, mit der Wissenschaftler die Entwicklung von Behandlungsoptionen für einige der herausforderndsten Erkrankungen unserer Zeit vorantreiben können."

Mit der CRISPR-Genomintegrationstechnologie von Merck können die Forscher eine krankheitsassoziierte Mutation durch eine vorteilhafte oder funktionale Gensequenz ersetzen – diese Methode spielt eine wichtige Rolle bei der Erstellung von Krankheitsmodellen und Gentherapien. Forscher können mit dem Verfahren auch Transgene einschleusen, um Grundlagenforschung zu betreiben. Die Technologie hilft ihnen beispielsweise dabei, körpereigene Proteine für die visuelle Nachverfolgung in den Zellen zu markieren.

Diese Patentanmeldung ist eine von zahlreichen CRISPR-Patentanmeldungen, die das Unternehmen seit 2012 eingereicht hat. Im Mai 2017 gab Merck mit Proxy-CRISPR die Einführung einer alternativen CRISPR-Methode zur Genom-Editierung bekannt. Im Gegensatz zu anderen Systemen ermöglicht das neue Proxy-CRISPR-Verfahren von Merck den Zugriff auf bisher nicht erreichbare Regionen des Genoms und macht CRISPR dadurch effizienter, flexibler und spezifischer, wodurch sich Forschern mehr experimentelle Möglichkeiten eröffnen.

Merck ist seit 14 Jahren im Bereich der Genom-Editierung tätig und bot als erstes Unternehmen weltweit maßgeschneiderte Biomoleküle für die Genom-Editierung an (TargeTron™ RNA-geführte Gruppe-II-Introns und CompoZr™ Zinkfingernukleasen), wodurch die weitverbreitete Nutzung dieser Verfahren in der globalen Forschungsgemeinschaft vorangetrieben wurde. Merck stellte zudem als erstes Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem Wellcome Trust Sanger Institute sogenannte „Arrayed" CRISPR-Bibliotheken her, die das gesamte menschliche Genom abdecken. Mit ihnen können Forscher Krankheitsursachen genauer untersuchen, was die Entwicklung von Therapien beschleunigt. Die Verfügbarkeit solcher Arrayed-CRISPR-Bibliotheken stellt zudem einen wichtigen Fortschritt in der Genom-Editierung dar und stärkt die Führungsposition des Unternehmens in diesem Bereich.

Neben der grundlegenden Forschung zur Genom-Editierung unterstützt Merck die Entwicklung von gen- und zellbasierten Therapien und stellt virale Vektoren her. 2016 startete das Unternehmen eine Initiative, um die Erforschung neuer Behandlungsmethoden – von der Genom-Editierung selbst bis zur genbasierten Wirkstoffproduktion – mit einem eigenen Team und zusätzlichen Ressourcen voranzutreiben. Das Engagement von Merck im Bereich der Genom-Editierung wird dadurch weiter gefestigt.


Quelle: Merck

04.08.2017

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