Studie

Logica leitet Telemedizin-Studie der Europäischen Raumfahrtbehörde

Logica wurde von der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) beauftragt, ein internationales Konsortium für die Erstellung einer Studie zur satellitengestützten elektronischen Gesundheitsversorgung (eHealth) in Afrika südlich der Sahara zu leiten. Die medizinische Versorgung der dortigen Bevölkerung stellt eine große Herausforderung dar.

Photo: Logica leitet Telemedizin-Studie der Europäischen Raumfahrtbehörde

In der Region leben elf Prozent der Weltbevölkerung, und obwohl sie etwa ein Viertel der weltweiten Krankheitslast – sowohl auf Fälle als auch auf Kosten bezogen – trägt, wird dort nur ein Prozent der weltweiten Gesundheitsausgaben aufgewendet. Die Gesundheitsversorgung ist schwierig, da nur drei Prozent aller weltweit im Gesundheitsbereich Beschäftigten in der Region tätig sind. Ärzte und Krankenpfleger sind sehr weit von ihren Patienten entfernt und aufgrund der mangelhaften Infrastruktur nur schwer erreichbar.

Satellitentechnologie kann das Leben der Menschen verbessern
Informations- und Kommunikationstechnologien, vor allem die Satellitenkommunikation, ermöglichen die Bereitstellung von Gesundheitsversorgung, Aus- und Weiterbildung sowie die Überwachung von Epidemien. Die ESA hat kürzlich ein Programm für satellitengestützte Telemedizin und eHealth ins Leben gerufen, das „Satellite-Enhanced Telemedicine and eHealth for Sub-Saharan Africa Programme“ (eHSA).

Das Programm hat zum Ziel, satellitengestützte Infrastruktur für eHealth und Telemedizin für die Region südlich der Sahara zu entwickeln und findet in Zusammenarbeit mit der luxemburgischen Entwicklungsorganisation LuxDev (Luxembourg Agency for Development Cooperation) statt. Finanzielle Unterstützung erfolgt durch die luxemburgische Regierung und den Infrastruktur-Treuhandfonds EU-Afrika der Europäischen Union.

Stuart Martin, Head of Space and Satcoms bei Logica, erläutert: „Wegen der Genauigkeit und der hohen Verfügbarkeit von Satellitendaten können wir in vielen Einsatzgebieten aktiv werden. Dieses Programm zeigt besonders deutlich, wie Satellitentechnologie das Leben der Menschen verbessern kann. Die Studie könnte herausstellen, dass Satelliten der einzige kosteneffiziente Weg sind, die Gesundheitsversorgung in dieser Region zu verbessern.”

Logica übernimmt die Durchführung der Studie
In einem ersten Schritt wird eine Governance-Studie in 48 Staaten der Region durchgeführt, um die richtigen Vorgehensweisen, Richtlinien und Organisationsstrukturen für das eHealth-Programm sicherzustellen. Logica wird diese Studie leiten, unterstützt von einem Partnerkonsortium aus öffentlichen, privaten und ehrenamtlichen Organisationen einschließlich zahlreicher Hilfsorganisationen.

„Wir haben uns für Logica entschieden, weil das Beratungshaus ein starkes Konsortium unter der Beteiligung afrikanischer Interessensgruppen und enger Einbindung des lokalen Gesundheitssektors gegründet hat. Damit wird sichergestellt, dass dieses Programm den größtmöglichen Nutzen für die Menschen dort erzielt“, erklärt die Programmleitung der ESA. Das Konsortium wird mittels Fallstudien, Workshops, Umfragen und Einzelinterviews umfassende Daten bei allen Interessensgruppen erheben. Hinzu kommt ein spezielles Web-Portal für Aktivitäten und Feedback, um möglichst valide Ergebnisse zu erzielen.

Weitere Untersuchungen zu eHealth sind geplant
Die Studie ist die erste Phase des 36-Millionen-Euro-Programms. 2012 sollen drei weitere Studien durchgeführt werden, die sich mit regulatorischen Aspekten, Interoperabilität und Nachhaltigkeitsfragen bei eHealth beschäftigen. Im zweiten Schritt folgen Projekte zu bestimmten Themen, wie zum Beispiel elektronische Gesundheitsversorgung und eLearning, Verwaltung und Epidemie-Überwachung. Neben dem sozialen Nutzen leistet das Projekt einen Beitrag zur Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen.

Weitere Informationen sind zur ESA erhalten Sie hier.
 

31.01.2012

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