Autonome Gehhilfe

Hightech-Rollator findet seinen Weg von selbst

Forscher der Hokkaido University haben einen autonomen Hightech-Rollator für Behinderte in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen entwickelt, der sich dank eines speziellen Senders anfordern lässt.

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Bildquelle: Mori et al., Artificial Life and Roborics 2021

Er lokalisiert den Standort desjenigen, der den Ruf ausgesandt hat und rollt automatisch zu seinem Ziel. Dazu nutzt er ein System der Indoor-Navigation. "Wenn ein Patient in der Lage ist, mit der Unterstützung eines Rollators zu gehen, empfehlen Ärzte in der Regel die Nutzung dieses Geräts statt eines Rollstuhls", sagt Yuto Mori, einer der Entwickler des Geräts. "Pflegekräfte müssen ihn bisher zum Patienten tragen, was eine Belastung für das Personal darstellt und das Selbstwertgefühl des Patienten verringern kann."

Die Forscher stellen Details zum von ihnen entwickelten Gerät im Fachjournal Artificial Life and Robotics vor.

Wie herkömmliche Gehhilfen reduziert der neuartige Rollator das Gewicht des Patienten, das auf den Beinen lastet. Zudem unterstützt er feinfühlig bei der Vorwärtsbewegung. Der bürstenlose Gleichstrommotor dreht, wenn er vom Behinderten genutzt wird, die Räder in Gehrichtung, sodass er auch beim Vorwärtskommen unterstützt wird.

Mori und seine Kollegen haben die Funktionen der autonomen Gehhilfe in Tests untersucht. Sie testeten sowohl die Fähigkeit, Menschen beim Gehen zu unterstützen, als auch die Effizienz, Benutzer autonom zu erreichen. Unterwegs müssen sie meist eine Reihe von Hindernissen umfahren, etwa Betten, die zwischenzeitlich auf Gängen abgestellt werden. Die Ergebnisse waren sehr vielversprechend, denn beide Funktionalitäten ließen sich erreichen, obwohl die Gehhilfe mit kostengünstigen Komponenten hergestellt wurde.

Im Gegensatz zu anderen Robotersystemen für Anwendungen im Gesundheitsbereich sei der autonome Walker sehr kostengünstig und somit im großen Maßstab einsetzbar. "Als nächstes planen wir, einen Algorithmus zu entwickeln, der den Zustand des Benutzers angemessen erfassen und ihn nur so stark zu unterstützen, wie es der Behinderte benötigt. Darüber arbeiten wir an einer Nothalt-Funktion und einen noch besseren Hindernisvermeidungs-Algorithmus, um die Sicherheit des Systems weiter zu verbessern."


Quelle: Hokkaido University/pressetext

04.10.2021

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