Sind Niesen, Schnupfen und juckende Augen noch Teil der alljährlichen Heuschnupfen-Welle oder ein Hinweis auf eine COVID-Infektion? Für Allergiker ist das oft Grund zur Sorge.

Bildquelle: Pexels/Andrea Piacquadio

Hilfe für Allergiker

Heuschnupfen oder Corona? Auf die Symptome achten

Die Heuschnupfen-Zeit hat begonnen. Wie sich eine Allergie von COVID-19 unterscheidet und wann Betroffene ärztlichen Rat einholen sollten – das erklärt Dr. Michael Mohr, Oberarzt Pneumologie in der Medizinischen Klinik A des Universitätsklinikums Münster (UKM).

Worauf sollten Allergiker mit Heuschnupfen in Zeiten vom Coronavirus achten?

portrait of michael mohr
Dr. Michael Mohr
Quelle: Universitätsklinikum Münster

Dr. Michael Mohr: Patienten mit einer Pollenallergie kennen ihre typischen saisonalen Symptome wie zum Beispiel Fließschnupfen und Augenjucken in der Regel seit vielen Jahren. Auf die ihnen bekannten Medikamente wie Augentropfen oder Nasensprays kann wie gewohnt zurückgegriffen werden. Wenn die aktuelle Symptomatik jedoch abweicht, sollten sie hellhörig werden und eine mögliche Infektion zumindest in Erwägung ziehen und ärztlichen Rat einholen.

Wie unterscheiden sich COVID-19-Symptome von den allergischen Reaktionen auf Pollen?

Für COVID-19 typisch sind eher Fieber, Halsschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl, während der beschriebene Fließschnupfen und Augenjucken typische Symptome einer Pollenallergie sind. Da aber viele Überschneidungen bei den möglichen Symptomen beider Erkrankungen bestehen und zudem die Ausprägung von Symptomen der COVID-19-Erkrankung deutlich variiert, ist eine definitive Abgrenzung nicht immer möglich.

Neben den Heuschnupfen-Symptomen leidet ein Teil der Pollenallergiker auch an Asthma. Sind diese Patienten durch das Coronavirus besonders gefährdet?

Patienten können und sollen weiter ihre Medikamente nehmen und sie haben mit gut eingestelltem Asthma nach aktuellen Erkenntnissen auch kein relevant erhöhtes Infektionsrisiko

Michael Mohr

Eine optimale Therapie der vorliegenden Atemwegserkrankung ist gerade in der aktuellen Situation wichtig. Inhalative Kortison-Präparate sind die Basis in der Asthma-Dauertherapie und führen dazu, dass die Bronchialschleimhaut entzündungsfrei und damit widerstandfähiger ist. Dadurch reduziert sich die Infektionsgefahr. Patienten können und sollen also weiter ihre Medikamente nehmen und sie haben mit gut eingestelltem Asthma nach aktuellen Erkenntnissen auch kein relevant erhöhtes Infektionsrisiko.


Quelle: Universitätsklinikum Münster

28.04.2020

Mehr aktuelle Beiträge lesen

Verwandte Artikel

Photo

Corona-Bildgebung

COVID-19: unterstützende Diagnostik durch die CT

Die Computertomographie ist eine wertvolle Hilfe bei der Diagnose sowie der Einschätzung des Schwergrads und Verlaufs von COVID-19 und von Pneumonie-assoziierten Komplikationen. Zwingende…

Photo

Mini-Lungen aus Stammzellen

Forscher züchten Lungen-Organoide für Corona-Tests

Um die Details der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 unter möglichst natürlichen Bedingungen zu erforschen, lässt ein Team der Ruhr-Universität Bochum (RUB) menschliche…

Photo

Krankheitsprozess erforscht

So schädigt das Coronavirus die Lunge

Eine Infektion mit dem Coronavirus kann ebenso wie eine schwere Grippe die Atemwege massiv schädigen und zu einem tödlichen Lungenversagen führen. Welche molekularen Veränderungen SARS-CoV-2 im…

Verwandte Produkte

Atlas Genetics - Atlas Genetics io system

Infectious diseases testing

Atlas Genetics - Atlas Genetics io system

Atlas Genetics Ltd
DiaSys Diagnostic Systems - InnovaStar

Clinical chemistry

DiaSys Diagnostic Systems - InnovaStar

DiaSys Diagnostic Systems GmbH
Image Information Systems – iQ-4VIEW

Mobile RIS/PACS Viewer

Image Information Systems – iQ-4VIEW

IMAGE Information Systems Europe GmbH