Neues Antibiotikum

Durchbruch im Kampf gegen Gonorrhoe

Mithilfe der Globalen Partnerschaft für Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika (GARDP) wurde ein neues Antibiotikum gegen Gonorrhoe in die letzte klinische Phase gebracht, das die Behandlung der multiresistenten Form verbessern soll.

Die durch Bakterien verursachte Infektion führt hauptsächlich zu...
Die durch Bakterien verursachte Infektion führt hauptsächlich zu Entzündungen der Geschlechtsorgane und überproportional häufig bei Frauen zu Komplikationen.
Quelle: AuntSpray / Shutterstock

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe erklärte dazu "Gonorrhoe gehört zu den Infektionskrankheiten, deren Behandlung durch zunehmende Antibiotika-Resistenzen immer schwerer wird. Deshalb ist es richtig, dass wir die Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika mit der Globalen Partnerschaft GARDP kraftvoll vorantreiben. Dass nun ein neues Antibiotikum gegen Gonorrhoe mit Unterstützung von GARDP in die letzte klinische Phase gebracht werden konnte, ist ein wichtiger Schritt auch im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen."‎

GARDP wurde im Mai 2016 mit Hilfe der WHO sowie der WHO-Initiative Drugs for Neglected Diseases (DNDi) und der finanziellen Unterstützung des Bundesgesundheitsministeriums ins Leben gerufen. Deutschland hat der Organisation bislang ein Startkapital von 1,25 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Außerdem wird GARDP derzeit von fünf weiteren Staaten, der Europäischen Union sowie der Organisation Ärzte Ohne Grenzen unterstützt.

Behandlung immer schwieriger

Mit 78 Millionen Erkrankungen jährlich ist die Gonorrhoe die zweithäufigste sexuell übertragbare Erkrankung weltweit. Die durch Bakterien verursachte Infektion führt hauptsächlich zu Entzündungen der Geschlechtsorgane und überproportional häufig bei Frauen zu Komplikationen. Sie erhöht zudem das Risiko für eine HIV Infektion. Nach einer aktuellen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird eine Behandlung.durch die steigenden Zahlen von Antibiotika-Resistenzen gegen den Erreger immer schwieriger und teilweise sogar unmöglich. Derzeit gibt es keine neuen Antibiotika. Insgesamt befinden sich nur drei potenzielle neue Wirkstoffkandidaten in verschiedenen klinischen Testphasen.


Quelle: Bundesgesundheitsministerium

12.07.2017

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