Scanning electron microscope image of SARS-CoV-2 (yellow)
Das neue Coronavirus SARS-CoV-19 (gelb) unter dem Rasterelektronenmikroskop

Bildquelle: National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) - Rocky Mountain Laboratories

COVID-Epidemie

Coronavirus-Infos für junge Erwachsene mit Krebs

Die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland lässt bei jungen Erwachsenen mit und nach einer Krebserkrankung Fragen aufkommen.

Bin ich durch eine Ansteckung besonders gefährdet? Ist bei mir ein schwerer Verlauf der Erkrankung zu befürchten? Wie kann ich mich schützen? Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs will den Zugang zu verlässlichen und verständlichen allgemeinen Informationen zur Epidemie erleichtern. Darüber hinaus geht sie auf einige spezielle Fragen der Betroffenen ein.

Besteht eine höhere Ansteckungsgefahr für junge Menschen mit oder nach Krebserkrankung?

Die Ansteckungsgefahr ist für Gesunde und Menschen mit und nach Krebs gleichermaßen sehr hoch, denn beide Gruppen verfügen über keine Antikörper gegen das neue Virus. Es gibt bisher keine Hinweise auf eine höhere Ansteckungsgefahr bei Krebserkrankung. Der Virus vermehrt sich sehr schnell im Rachenraum und wird dann sehr früh durch Tröpfchen beim Sprechen, Husten, Niesen übertragen. Die Aufnahme von Viren von Oberflächen, z. B. Türklinken, Händeschütteln usw. ist ebenfalls möglich. Die Übertragung erfolgt, wenn man sich danach in das Gesicht fasst.

In welchen Fällen ist ein schwerer Verlauf der Coronavirus-Erkrankung zu befürchten?

Für einige Menschen mit und nach Krebs könnte der Verlauf der Erkrankung schwer und unter Umständen bedrohlich werden. Die folgenden Annahmen basieren auf allgemeinen Erfahrungen und sind noch nicht durch konkrete Berichte unterlegt:

  1. Patienten mit Schwächung des Immunsystems durch die Krebserkrankung, z. B.
  • Hodgkin-Lymphome
  • Non-Hodgkin-Lymphome
  • Leukämien
  1. Schwächung des Immunsystems durch die Krebsbehandlung, z. B.
  • Nach Stammzelltransplantation
  • Nach Zelltherapie
  • Unter medikamentöser Krebsbehandlung
  • Gabe von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken
  • Ausgedehnte Bestrahlung
  1. Organschäden nach Krebs und Krebsbehandlung, z. B.:
  • Schädigungen der Lunge
  • Verlust der Milz (Asplenie) bzw. der Milzfunktion (funktionelle Asplenie)
  • Weitere Organschäden oder Beeinträchtigungen z. B. auch durch Rauchen

Wie kann ich mich vor einer Infektion schützen und welche Konsequenzen muss dafür ein eventuelles hohes Risiko für einen schweren Infektionsverlauf haben?

Für den Schutz vor einer Infektion gelten die allgemeinen Hygiene-Regeln, zu denen die Stiftung Informationsquellen auf ihrer Seite zusammengestellt hat. Allerdings sollte die Intensität, mit der diese Maßnahmen getroffen werden, bei Patienten mit Risiko für einen schweren Infektionsverlauf nach Beratung durch den behandelnden Arzt gegebenenfalls erhöht werden. Hierzu gibt die Stiftung auf ihrer Seite Hinweise.

Es gilt jedoch auch, dass solche intensivierten Maßnahmen nicht speziell wegen des Coronavirus sinnvoll sind, sondern vor allem zur allgemeinen Abwehr von Bakterien, Viren und auch Pilzsporen. Hoch gefährdete Patienten sollten bereits vor der Corona-Epidemie in die entsprechenden Maßnahmen eingewiesen sein. Die Corona-Epidemie ändert also nichts an den grundsätzlichen Maßnahmen zur Infektionsvorsorge für diese Patienten.


Quelle: Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs

06.03.2020

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