
Bildquelle: Meierhofer AG
News • Krankenhaus-IT
KIS-Kooperation stärkt mobile Apps und KI-Funktionen
Nach zehn Jahren Zusammenarbeit bauen die Universitätsmedizin Greifswald (UMG) und die Meierhofer AG ihre KIS-Partnerschaft weiter aus.
Bei einem Strategietreffen des Vorstands der Universitätsmedizin Greifswald (UMG) mit Matthias Meierhofer, Vorstandsvorsitzender der Meierhofer AG, und Christian Köhl, Bereichsleiter Kundenprojekte & Vertrieb Deutschland, vereinbarten beide Partner die nächsten Digitalisierungsschritte. Kurzfristig baut die UMG auf neue M-KIS-Lösungen, die im klinischen Alltag konkrete Mehrwerte schaffen, allen voran mobile Anwendungen für das digitale Arbeiten auf Station. Als nächster Entwicklungsschritt werden zusätzliche KI-Funktionen geprüft, die Informationssuche und Dokumentation unterstützen. Mittelfristig richtet sich der Blick auf eine stärkere digitale Vernetzung der Versorgungsstandorte in der Region.
Im Mittelpunkt steht zunächst der klinische Alltag. Prozessharmonisierung und Lösungsstandardisierung sollen die Nutzung von M-KIS vereinheitlichen, Abläufe effizienter abbilden und den Anwenderinnen und Anwendern einen möglichst einheitlichen digitalen Arbeitsplatz bieten. „Für uns ist entscheidend, dass digitale Lösungen die tatsächlichen klinischen Abläufe unterstützen. Deshalb setzen wir auf den konsequenten Ausbau von M-KIS“, sagt Prof. Dr. Stephan Kersting, stellvertretender Ärztlicher Direktor am UMG.

Bildquelle: Meierhofer AG
Ein Schwerpunkt liegt auf dem klinikweiten Rollout mobiler Anwendungen für ärztliche und pflegerische Teams. Apps für Visite, Pflege, Verlaufsberichte und Wunddokumentation ermöglichen es, Informationen und Maßnahmen direkt dort zu erfassen und abzurufen, wo sie im Arbeitsprozess entstehen.
Auch die digitale Unterstützung der Zentralen Notaufnahme soll weiterentwickelt werden. Geplant ist der Einsatz der neuen M-KIS-Lösung für die digitale Triagierung. Dabei kommen erstmals auch semantisch annotierte Datenmodelle auf Basis von Semantic Forms zum Einsatz. Sie schaffen eine Grundlage dafür, klinische Informationen strukturierter zu erfassen, auszuwerten und für weitere digitale Anwendungen nutzbar zu machen.
Für die Intensivmedizin prüfen UMG und Meierhofer zudem die neue webbasierte Kurve von M-KIS, die sämtliche ambulanten und stationären Behandlungsprozesse verbindet. „Patientinnen und Patienten durchlaufen häufig unterschiedliche Bereiche und werden von vielen Berufsgruppen betreut. Die neue Webkurve in M-KIS kann uns dabei helfen, Informationen über diese Übergänge hinweg verfügbar zu halten und gleichzeitig die jeweiligen Anforderungen der Anwenderinnen und Anwender abzubilden“, erläutert Prof. Kersting seine Vorstellung einer gelungenen digitalen Unterstützung.
Die Verbindung von Versorgung, Forschung und standardisierten Daten schafft die Voraussetzung, neue digitale Prozesse nicht nur einzuführen, sondern auch gemeinsam weiterzuentwickeln und zu validieren
Karlhans Endlich
UMG und Meierhofer wollen außerdem die Nutzung Künstlicher Intelligenz gezielt ausbauen. Im Fokus stehen unter anderem Anwendungen wie Medical Summary zur strukturierten Zusammenfassung medizinischer Informationen. Darüber hinaus prüfen beide Partner, wie KI innerhalb von M-KIS Intensiv, Anästhesie und im OP klinische Daten gezielt bereitstellen und Prozesse unterstützen kann.
Dazu Prof. Kersting: „KI muss in die klinischen Prozesse integriert werden und auf qualitativ hochwertigen, strukturierten Daten aufsetzen. Praxistaugliche und sichere Lösungen müssen dabei sowohl die Anforderungen der Anwenderinnen und Anwender als auch die Vorgaben des Datenschutzes berücksichtigen. Hier vertrauen wir auf die integrierten und zertifizierten Partnerlösungen in M-KIS.“
Die Digitalisierungsplanung zielt auch darauf, die Standorte Greifswald, Wolgast und Karlsburg stärker zu vernetzen und Prozesse standortübergreifend zu gestalten. Dabei treffen unterschiedliche Versorgungsstrukturen aufeinander: Universitätsmedizin mit Krankenversorgung, Forschung und Lehre, Grund- und Regelversorgung sowie spezialisierte Herz- und Gefäßmedizin.
Meierhofer bringt dafür mehrere technologische Bausteine ein: M-KIS unterstützt Multi-Mandanten-Umgebungen, M-KIS Now standardisierte KIS-Einführungen und -Migrationen. Die Weiterentwicklung der klinischen Kurve soll zudem einrichtungs- und sektorenübergreifende Versorgungsprozesse unterstützen. In Forschung und Datennutzung bestehen über die Medizininformatik-Initiative weitere Anknüpfungspunkte für die weitere Zusammenarbeit. Dazu der kaufmännische Vorstand Toralf Giebe: „Ziel ist eine gemeinsame digitale Perspektive und die Weiterentwicklung der regionalen Versorgungsstrukturen. Dazu brauchen wir einen Partner mir Erfahrung, technologischer Innovation und der Bereitschaft über das Heute hinauszudenken.“
Dass diese Partnerschaft funktioniert, zeigt sich in der Bereitschaft, neue digitale Versorgungsprozesse frühzeitig gemeinsam zu erproben. Ein Beispiel ist der derzeit von der gematik spezifizierte digital gestützte Laborprozess (dgLP). Er soll künftig strukturierte Laborbefunde über die elektronische Patientenakte einrichtungsübergreifend verfügbar und maschinell nutzbar machen.
Über die Medizininformatik-Initiative und das Datenintegrationszentrum arbeitet die UMG bereits mit standardisierten medizinischen Daten und unterstützt LOINC für die semantische Kodierung von Laborinformationen. Damit bestehen gute Voraussetzungen, gemeinsam mit Meierhofer eine mögliche Pilotierung des dgLP zu prüfen. Prof. Dr. Karlhans Endlich ist bei der UMG als Vorstand für Wissenschaft und Forschung tätig. Er erläutert: „Die Verbindung von Versorgung, Forschung und standardisierten Daten schafft die Voraussetzung, neue digitale Prozesse nicht nur einzuführen, sondern auch gemeinsam weiterzuentwickeln und zu validieren.“
Christian Köhl sieht in den vereinbarten nächsten Schritten zugleich eine Bestätigung der langfristigen Zusammenarbeit: „Wir danken dem Vorstand der Universitätsmedizin Greifswald für das erneute Vertrauen. Die Anforderungen eines Universitätsklinikums an Prozesse, Integration, Datenverfügbarkeit und Weiterentwicklung sind hoch. Gemeinsam mit der UMG wollen wir zeigen, wie sich M-KIS von der Unterstützung einzelner klinischer Prozesse zu einer Plattform für vernetzte Versorgung weiterentwickelt.“
Die Zusammenarbeit zwischen der Universitätsmedizin Greifswald und Meierhofer begann 2016 mit der Entscheidung für das Krankenhausinformationssystem des Münchner Health-IT-Unternehmens. In den vergangenen zehn Jahren wurde M-KIS kontinuierlich ausgebaut und an die Anforderungen der Universitätsmedizin angepasst. Die nun vereinbarten nächsten Schritte führen diese Entwicklung fort – vom Ausbau der Nutzung im klinischen Alltag über KI-gestützte Prozesse bis zur Perspektive einer stärker standortübergreifend vernetzten Versorgung.
Quelle: Meierhofer AG
03.11.2026



