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Längere Laufzeit für Herzschrittmacher

Als eine der ersten Kliniken in Europa und erste Klinik in Deutschland hat das Universitätsklinikum Mannheim (UKMA) die neuste Generation eines kabellosen Zweikammer-Herzschrittmachers bei einer Patientin eingesetzt.

Ein Herzchirurg hält im OP einen kabellosen Zweikammer-Herzschrittmacher in den Händen.
Professor Dr. Jürgen Kuschyk hält den kabellosen Zweikammer-Herzschrittmacher in den Händen.

Bildquelle: UKMA/Biedermann 

Die Besonderheit ist die signifikant verbesserte Batterielaufzeit der Vorhofkapsel (AVEIR AR2) um 25%. Für Herzpatienten ist das ein echter Gewinn, zeigen sich die Kardiologen überzeugt. 

Bei dem System handelt es sich um einen komplett kabellosen Zweikammer Herzschrittmacher. Zwei winzige, kapselartige Geräte werden direkt im Herzen implantiert und kommunizieren dort kabellos miteinander. Sie übernehmen gemeinsam die Aufgabe, den Herzrhythmus präzise zu steuern – ganz ohne klassische Elektroden oder eine Aggregattasche unter der Haut. „Ein entscheidender Vorteil des neuen Systems ist die hervorragende Energieeffizienz. Die integrierten Batterien sind darauf ausgelegt, über viele Jahre stabil zu arbeiten – deutlich länger als bei dem bisherigen System“, sagt Kardiologe Professor Dr. Jürgen Kuschyk von der I. Medizinischen Klinik der UKMA. „Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet das: weniger Folgeeingriffe, weniger Belastung und langfristig mehr Sicherheit.“ 

Gerade für Menschen mit chronischen Herzrhythmusstörungen kann die verlängerte Batterielebensdauer entscheidend sein. Jeder vermiedene Austausch bedeutet weniger Operationsrisiken und mehr Lebensqualität. 

Neue, intelligente Stimulationsalgorithmen helfen dem Gerät, Energie zu sparen. Im normalen Betrieb stimuliert das System vor allem den Vorhof, während im Hintergrund eine Sicherheitsfunktion die Herzkammer überwacht und nur dann eingreift, wenn es wirklich erforderlich ist. So werden unnötige Impulse in die rechte Herzkammer vermieden, was den Energieverbrauch weiter senkt und die Batterielaufzeit des Aggregats zusätzlich verlängert. 

Sechs Chirurgen stehen nebeneinander für ein Teamfoto im Operationssaal
Das Kardiologie-Team vor der OP (von links): ein Mitarbeiter der Firma Abbott, Professor Dr. Ibrahim Akin, (Direktor Sektion Invasive Kardiologie/EP), Prof. Dr. Jürgen Kuschyk (Leiter kardiale Devicetherapie), Esra Kabakci (OP-Assistentin), Tom Götz (OP-Assistent), Dr. Katherine Sattler (Sektion invasive Kardiologie/EP).

Bildquelle: UKMA/Biedermann 

Das System wird minimalinvasiv über einen Katheter in die rechte Herzkammer und den rechten Vorhof eingebracht. Der Brustkorb bleibt unangetastet, es entsteht keine sichtbare Narbe, und auch die typischen Einschränkungen durch ein Aggregat unter dem Schlüsselbein entfallen. Patienten sind dadurch meist schnell wieder mobil. Durch den kompletten Verzicht auf Elektroden gehören viele typische Komplikationen der Vergangenheit an – etwa Kabelbrüche oder Infektionen entlang der Leitungen. Die Betroffenen profitieren von größerer Bewegungsfreiheit im Alltag, und das Risiko für Folgeeingriffe sinkt deutlich. 

Das System ist modular aufgebaut. Je nach vorliegender Erkrankung kann einzeln im Vorhof oder der Kammer implantiert werden und bei Progression auf ein Zweikammersystem aufgerüstet werden oder direkt, wie in dem aktuellen Fall ein Zweikammersystem eingesetzt werden. Zudem können sich Patienten trotz Implantat weiterhin MRT-Untersuchungen unterziehen, was eine moderne Diagnostik gewährleistet. „Wir sind stolz darauf, bei dieser Technologie ganz vorne mit dabei zu sein und so Vorreiter in der Spitzenmedizin zu sein. Unsere Patienten profitieren hier direkt von Innovationen in der Medizintechnik“, sagt Professor Dr. Daniel Dürschmied, Klinikdirektor der I. Medizinischen Klinik des Universitätsklinikums Mannheim. 


Quelle: Universitätsmedizin Mannheim 

02.02.2026

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