3D-illustration neuronaler Zellen, die Übertragung von Nervenreizen ist mit...

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News • EU-Projekt RESOLVE startet

Neue Wege gegen chronische Nervenschmerzen

Weltweit leiden schätzungsweise bis zu 10 Prozent der Bevölkerung an chronischen neuropathischen Schmerzen, zum Beispiel nach Chemotherapien. Die Ursache dieser Schmerzen liegt im Nervensystem selbst: Geschädigte Nerven senden dauerhaft Schmerzsignale, auch ohne Auslöser. So klingt der Schmerz nicht mehr ab.

Dort setzt das internationale Forschungsprojekt RESOLVE an, an dem Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen maßgeblich beteiligt sind. Es wird im Rahmen der europäischen ERA-NET-NEURON-Initiative mit 1,2 Millionen Euro für zwei Jahre gefördert. Davon fließen rund 350.000 Euro an den Forschungsstandort Essen. 

Das Konsortium möchte eine neue Therapie entwickeln, die Entzündungsprozesse gezielt beeinflusst, um schmerzverstärkende Mechanismen abzuschwächen und gleichzeitig Reparaturvorgänge im Nervensystem zu fördern. Im Mittelpunkt stehen extrazelluläre Vesikel – winzige Partikel, die von Stamm- und Bindegewebszellen freigesetzt werden und als natürliche Botenstoffe zwischen Zellen des Nervensystems wirken. Sie können Entzündungsreaktionen regulieren und das Immunsystem ins Gleichgewicht bringen. Statt nur Symptome zu lindern, untersuchen die Wissenschaftler die grundlegenden Prozesse, die chronische Schmerzen aufrechterhalten.

Ein Gruppenfoto mit acht Personen in einem Raum mit Fischgräten-Parkett und...
Die Mitglieder des RESOLVE-Konsortiums während des Kick-off-Meetings am 19. März 2026 an der University of Reading (von links.): Dr. Graeme Cottrell, Dr. Augustas Pivoriunas, Dr. Fabian Szepanowski, Prof. Dr. Bogdan Catalin, Dr. Maria Maiaru, Prof. Dr. Bernd Giebel, Prof. Dr. Darius Widera und Dr. Iva Sabolic

Bildquelle: Universität Duisburg-Essen; © Gruppenfoto: Prof. Dr. Bernd Giebel, © Logo: Prof. Dr. Darius Widera 

Am Standort Essen leiten Dr. Fabian Szepanowski von der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Essen und Prof. Dr. Bernd Giebel vom Institut für Transfusionsmedizin das Projekt. Dr. Szepanowski verfügt über langjährige Expertise in der Erforschung von Entzündungsprozessen und Regeneration im Nervensystem. Prof. Dr. Giebel gilt als wegweisender Experte auf dem Gebiet der extrazellulären Vesikel. Durch die enge Verbindung neuroimmunologischer Forschung mit innovativer Vesikelbiologie entsteht eine synergistische Plattform für die gezielte Weiterentwicklung neuer Therapiestrategien in Richtung klinischer Anwendung. 

Das Projekt „RESOLVE – Stem Cell-Derived Extracellular Vesicles as Novel Tools for Inflammatory Recalibration and Resolution of Chronic Pain“ vereint Fachleute aus dem Vereinigten Königreich (University of Reading), Deutschland (Universitätsklinikum Essen), Litauen (Centre for Innovative Medicine), Rumänien (University of Craiova) und Kroatien (Biotechunternehmen Labena). Komplementäre Forschungsansätze adressieren die vielfältigen Ursachen neuropathischer Schmerzen und verbinden Ergebnisse aus experimentellen Modellen mit Untersuchungen an Proben von Patienten. 


Quelle: Universität Duisburg-Essen 

10.06.2026

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