Das Wetter, der „Wiesbaden-Faktor“ und die Weltstadt

Der DRK 2011 in Hamburg war vielfältig und ein großer Erfolg !

Drei Fragen an…. Bernhard Lewerich, Geschäftsführer der Deutschen Röntgengesellschaft

Photo: Das Wetter, der „Wiesbaden-Faktor“ und die Weltstadt
Photo: Das Wetter, der „Wiesbaden-Faktor“ und die Weltstadt

Herr Lewerich: Hat der Deutsche Röntgenkongress, der dieses Jahr zusammen mit der ÖRG stattfand, Ihre Erwartungen erfüllt?

Bernd Lewerich: Ja , und um ehrlich zu sein, hat dieser Kongress meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Selbst in dem Bereich, in dem ich zunächst ein wenig Sorge hatte: Ob es uns gelingen würde, die Allgemeinmediziner anzuziehen. Aber auch hier sind wir sehr zufrieden. Immerhin haben über 100 niedergelassene Ärzte die Veranstaltung „Radiologie trifft Allgemeinmedizin“ besucht – natürlich auch aufgrund unserer Promotion. Möglicherweise aber auch dank der Österreicher, für die die Allgemeinmedizin eine wichtigere Bedeutung hat als für uns.
Insgesamt haben dieses Jahr 7.720 Besucher den Kongress besucht, davon 1.900 aus der Industrie, 4.400 Radiologen und Medizinphysiker, 1.300 MTRA und eben 120 Allgemeinmediziner. Auch gab es mit 380 Teilnehmern einen klaren Anstieg an Besuchern aus Österreich.
So ein Erfolg hat natürlich auch seine Kehrseiten, an denen wir jedoch für das kommende Jahr arbeiten werden: So waren ein paar der Großveranstaltungen – wie die Vorlesung von Frau Prof. Osborn oder von Prof. Freyschmidt so überlaufen, dass wir die Säle schließen mussten. Und das, obwohl dort Platz für 1.000 Leute ist. Im letzten Jahr in Berlin hatten wir Prof. Palmas eingeladen, die internationale Koryphäe auf dem Gebiet der Intervention. Damals hatten wir mit 400 Besuchern kalkuliert, 500 sind gekommen. Aber einen Andrang in der Größenordnung von über 1,000 Teilnehmer hatten wir tatsächlich nicht erwartet. Leider stand dann eben auch der ein oder andere Neuroradiologe vor verschlossenen Türen. Dieser Andrang hat auch mit dem großen Erfolg von unserem Projekt „Hellste Köpfe“ zu tun und damit, dass wir eigentlich allen Besuchern alle Veranstaltungen zugänglich machen möchten.

Aber das sind Anfangsschwierigkeiten durch den Wechsel des Standortes. Wir werden diesen Geburtsfehlern mit einer anderen Raumaufteilung im nächsten Jahr Rechnung tragen. Außerdem werden wir für irgendeine Form der Übertragung nach außen sorgen, so dass den Zuschauern, die nicht mehr reinkommen, nichts entgeht.


Wie hat sich der Standortwechsel von Berlin nach Hamburg ausgewirkt?

BL: Durchweg positiv. Hamburg ist einer der Gründe, warum wir mehr Besucher haben. In den Monaten Januar 2011 bis zum Kongress hatten wir die höchsten Zuwachszahlen an Anmeldungen in der Geschichte unseres Kongresses. Der Zuwachs kam vornehmlich aus Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, also dem Norden und die Berliner sind trotzdem weiterhin gekommen. In den Gesprächen, die ich hier geführt habe, habe ich immer wieder gehört: der Standort in Hamburg vereint die Vorzüge von Wiesbaden mit einer „Planten und Blomen“- Umgebung. Die Räume sind übersichtlich, die Atmosphäre fast schon familiär. In Kombination mit den Attraktionen einer Welt- und Hafenstadt ergibt sich daraus eine einmalige Mischung. In anderen Worten :in Hamburg stimmt der Wohlfühlfaktor und – zumindest dieses Jahr – auch das Wetter.
 

Und wie hat sich die Industrie zu Hamburg geäußert?

BL: Die ersten Gespräche mit der Industrie waren positiv. Vielleicht – aber dazu wird es ein gemeinsames Treffen geben – nehmen wir im nächsten Jahr einen halben Ausstellungstag mehr dazu. Doch auch mit diesen zwei Tagen schienen die Besucherströme für die Aussteller doch überwiegend gut zu sein. Natürlich haben wir zu diesem Zeitpunkt noch keine wirklich detaillierten Aussagen der einzelnen Firmen, aber – wie gesagt – der erste Eindruck ist positiv. Und natürlich ist für die Industrie am Ende auch die Firma Interplan zuständig. Dieses Unternehmen führt eine eigenständige Planung des nächsten Kongresses zusammen mit den Unternehmen durch. Die DRG ist da nur mittelbar im Spiel und meine Rolle ist höchstens die eines Moderators.

Um die Interessen der Industrie zu bündeln, haben wir im letzten Jahr einen Ausstellungsbeirat gegründet, in dem sowohl die großen Unternehmen wie die mittelständischen vertreten sind. Dort kann jetzt z.B. verhandelt werden, ob und wenn ja welcher Tag noch zusätzlich für die Industrie eingeräumt wird.

Vielen Dank für das Gespräch!
 

04.06.2011

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