Die "Pille danach" sorgt für Kontroversen

Zur aktuellen Debatte um die „Pille danach“ erklärt die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) ergänzend zu Ihren Aussagen von gestern:

Ministerin Barbara Steffens
Ministerin Barbara Steffens

„Niemand sollte den Frauen in Deutschland unterstellen, sie könnten nicht in gleicher Weise die Verantwortung für sich und ihren Körper übernehmen wie beispielsweise Frauen in Frankreich, Belgien oder den Niederlanden, wo die Abgabe der ,Pille danach‘ schon seit vielen Jahren rezeptfrei ist.
Wer die Rezeptfreiheit für die ,Pille danach‘ mit der Begründung ablehnt, es handele sich um ein Medikament mit Risiken und Nebenwirkungen, muss sich konsequenterweise umgehend dafür einsetzen, dass eine ganze Reihe von frei verkäuflichen Medikamente, da denke ich beispielweise an starke Schmerzmittel rezeptpflichtig werden.“

Bereits am Dienstag hatte die Ministerin zu der Debatte erklärt:
„Die Aufhebung der Rezeptpflicht für die ,Pille danach‘ ist längst überfällig. Der zuständige Sachverständigenausschuss tagt heute zum wiederholten Mal zu diesem Thema, obwohl es seit Jahren dazu keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt. Deshalb erwartet Nordrhein-Westfalen ein klares Votum für die Freigabe. Positive Erfahrungen aus dem Ausland zeigen, dass keine sachlichen Gründe vorliegen, die rezeptfreie Abgabe der ,Pille danach‘ abzulehnen. Im Gegenteil: Untersuchungen in Ländern, in denen die ,Pille danach‘ bereits rezeptfrei zu erhalten ist, haben ergeben, dass nach der Freigabe die Zahl der Abtreibungen gesunken ist. Frauen in Notsituationen, wie beispielsweise nach einer Vergewaltigung, muss auch bei uns der Zugang zur ,Pille danach´ erleichtert werden. Es wäre nicht nachvollziehbar, wenn das Selbstbestimmungsrecht von Frauen in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern hier weiterhin eingeschränkt würde. Eine fachliche Beratung bleibt durch den Bezug der „Pille danach“ über Apotheken sichergestellt. Im Gegensatz zu Arztpraxen haben Apotheken auch nachts und an Wochenenden geöffnet.“
 

Hinweis: Auf Initiative von Nordrhein-Westfalen hatte der Bundesrats am 08. November 2013 auch dafür votiert, die Verschreibungspflicht für die „Pille danach“ aufzuheben.
 

15.01.2014

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