"Pass' auf"-Workshop

Forum zeigt Zukunft der Neugeborenenmedizin

Workshop des Bundesverbandes „Das frühgeborene Kind“ e.V. und der Kinderklinik Passau gibt Anregungen für Ärzte, Pflegekräfte, Planer und Klinikbetreiber.

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Quelle: „Das frühgeborene Kind“ e.V.

Ärzte, Pflegekräfte und Eltern sichern gemeinsam den Erfolg in der Versorgung von kranken Neu- und Frühgeborenen. Was eine ausgezeichnete Neugeborenenintensivstation ausmacht und von bisherigen konventionellen Planungen unterscheidet, diskutieren Experten mit Teilnehmern auf dem ersten „Gestaltungsforum NICU“ am 16. November 2017– ein Tag vor dem offiziellen Weltfrühgeborenentag – in Passau.

Die zu frühe und unvorbereitete Trennung von Mutter und Kind bei einer Frühgeburt verursacht Belastungen, die sich auch langfristig negativ auf die Entwicklung des Kindes und die familiäre Bindung auswirken können. Umso wichtiger ist es, ein entwicklungs-und heilungsförderndes Umfeld zu schaffen, welches Kind und Eltern ermöglicht, auch in dieser Ausnahmesituation von Anfang an Familie zu sein. Gerade wenn sich Gehirn und Nervensystem entwickeln, sind Frühgeborene der Außenwelt schutzlos ausgeliefert. Es gilt daher neue Raumlösungen für Kliniken zu etablieren, die den kindlichen Rhythmus berücksichtigen, dem Neugeborenen und seiner Familie ein Zuhause  geben und Spitzenmedizin ermöglichen.

In der Vergangenheit wurden diese Aspekte bei der Planung einer Neugeborenen-Intensivstation meist nicht ausreichend bedacht. Laute Geräte, Hintergrundgeräusche, störende visuelle Reize, kein Platz für die Eltern und wenig Privatsphäre waren und sind Alltag auf vielen Stationen. Doch nach mehreren wissenschaftlichen Studien zu positiven Auswirkungen einer auf das Kind abgestimmten Entwicklungsumgebung setzt langsam ein Umdenken ein.

Doch was gilt es zu beachten? Welche neuen Ansätze gibt es und was bedeuten sie für die Zukunftsfähigkeit eines Perinatalzentrums? Was sind die Vorteile für  Patienten, Eltern, Mitarbeiter und Klinikbetreiber? Antworten auf diese Fragen bietet das Gestaltungsforum NICU. Dabei werden Architektur, Raumgestaltung und Ausstattung ebenso thematisiert wie Arbeitsabläufe, Familienorientierung und Hygienefragen. Die Teilnehmer erhalten Anregungen und Planungshilfen, wie sie in ihrer Einrichtung optimale Bedingungen für das Pflegen Frühgeborener schaffen können.

Im Rahmen des „Gestaltungsforums NICU“ sind Experten wie Interessenten eingeladen, eine Projektrealisierung von der Frühphase der Planung bis hin zur Umsetzung einer modernen Neonatologie, mitzuerleben und Anregungen einzuholen. Unter demMotto „Moderne Frühgeborenenpflege erlebbar machen“ begleitet Dräger das Gestaltungsforum außerdem mit einer sogenannten „Tour der Sinne“ und zeigt dabei, wie moderne Medizintechnik eine entwicklungsfördernde Versorgung und das Einbinden der Eltern aktiv unterstützen kann.

„Für eine hervorragende Pflege ist es wichtig, die Bedürfnisse sowohl des Frühgeborenen als auch die seiner Eltern zu berücksichtigen“, so Barbara Grieb, Vorsitzende Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V., Mitveranstalter des branchenübergreifenden Forums. Ruhige, freundlich gestaltete Eltern-Kind-Zimmer helfen beispielsweise dabei, eine intime familiäre Bindung aufzubauen. „Ärzte und Pflegekräfte müssen zudem in der Lage sein, ihre Arbeit gut und möglichst stressfrei verrichten zu können. Hierauf hat neben der Arbeitsorganisation auch die räumliche und medizintechnische Situation Einfluss“, betont Prof. Dr. Matthias Keller, Ärztlicher Direktor der Kinderklinik Dritter Orden Passau, weitere wichtige Aspekte im Sinne einer familienzentrierten und bindungsorientierten Versorgung.

Alle Informationen rund um das Programm wie die Anmeldung unter www.pass-auf.eu.


Quelle: Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V.

27.08.2017

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